Auftakt der Arbeitsgruppe „Deutsch-französischer Gesundheitskorridor": der TEB mit am Tisch
Am 13. Mai 2026 trat in Sarreguemines die Arbeitsgruppe „Gesundheitskorridor im deutsch-französischen Grenzraum" zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. Der Trinationale Eurodistrict Basel war durch seinen Geschäftsführer Frédéric Duvinage vertreten.
In den Räumen des Gemeindeverbands Sarreguemines Confluences kamen Vertreterinnen und Vertreter der deutschen und französischen Verwaltungen auf nationaler, föderaler und Länderebene mit den Krankenkassen und Gesundheitsfachkräften beiderseits des Rheins zu einem ersten Austausch zusammen. Die regionale Gesundheitsbehörde ARS Grand Est, das trinationale Kompetenzzentrum TRISAN, das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz sowie die Eurodistrikte SaarMoselle, PAMINA, Strasbourg-Ortenau, Eurhena und Basel saßen ebenfalls mit am Tisch.
Das Ziel der Arbeitsgruppe ist eindeutig: konkrete Hebel zu identifizieren, um den Zugang zur Gesundheitsversorgung im Nachbarland zu erleichtern. Die Freizügigkeit ist zwar eine europäische Errungenschaft, stößt im Alltag der Grenzregionbewohner*innen jedoch nach wie vor auf Unterschiede zwischen den nationalen Gesundheitssystemen und die damit verbundenen administrativen Hürden. Hinzu kommen Herausforderungen, die beide Seiten der Grenze gleichermaßen betreffen: demografischer Wandel, wachsende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen sowie zunehmende Schwierigkeiten bei der Gewinnung medizinischer und pflegerischer Fachkräfte. Gründe genug, das Versorgungsangebot grenzüberschreitend zu denken.
Der Auftakt fügt sich in den Aktionsplan des letzten deutsch-französischen Ministerrats ein, der die grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung zur Priorität erklärt hat. Die politische Steuerung übernimmt der Ausschuss für Grenzüberschreitende Zusammenarbeit (AGZ), der infolge des Aachener Vertrags von 2019 eingesetzt wurde, um strukturelle Hemmnisse entlang der deutsch-französischen Grenze abzubauen. Die Initiative selbst geht auf den Eurodistrikt SaarMoselle zurück, dem bereits die MOSAR-Vereinbarung zu verdanken ist, mit der Krankenhauskooperationen in den Bereichen Kardiologie, Neurochirurgie und Nuklearmedizin etabliert werden konnten.
In den kommenden Monaten sind mehrere weitere Arbeitssitzungen vorgesehen mit dem Ziel, konkrete Empfehlungen für einen erleichterten grenzüberschreitenden Zugang zur Gesundheitsversorgung zu erarbeiten. Für den TEB ist dies eine Gelegenheit, die im Raum des Oberrheins gesammelten Erfahrungen auf dieser Ebene einzubringen.