Die grenzüberschreitenden Strukturen in Grand Est: Antworten auf die Realitäten grenzüberschreitender Lebensräume

Auf Anfrage des Präsidenten des Regionalrats hat der Wirtschafts-, Sozial- und Umweltrat der Region Grand Est (CESER) eine Stellungnahme zu den grenzüberschreitenden Strukturen verabschiedet, die im Zentrum der Lebens- und Beschäftigungsdynamik der Region stehen. In einem Gebiet, das entlang seiner 750 km Grenze über fünfzig grenzüberschreitende Strukturen vereint, wahrscheinlich die höchste Dichte in Europa, erweist sich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit als wesentlicher Hebel, um den Alltagsrealitäten der Bewohner grenzüberschreitender Lebensräume gerecht zu werden und die europäische Integration auf lokaler Ebene zu stärken. Die am 2. April 2026 einstimmig in der Plenarsitzung verabschiedete Stellungnahme bietet einen detaillierten Überblick über die institutionellen Kooperationsgremien (Oberrheinkonferenz, Gipfel der Großregion, Ausschuss für grenzüberschreitende Zusammenarbeit des Aachener Vertrags…), die Eurodistrikte und EVTZ sowie die Beratungsstrukturen für Grenzgänger (INFOBEST-Netzwerk, Frontaliers Grand Est, Maison du Luxembourg, MOSA).

Angesichts einer dichten und schrittweise gewachsenen institutionellen Landschaft betont der CESER die Notwendigkeit, das öffentliche Handeln besser zu strukturieren, indem die Rollen geklärt, die Multi-Level-Governance gestärkt und die Verwendung regionaler Mittel optimiert werden. Der CESER formuliert 27 konkrete Empfehlungen, darunter die Schaffung eines Wirtschafts- und Sozialausschusses des Oberrheins nach dem Vorbild der Großregion, die Anerkennung grenzüberschreitender Lebensräume in der künftigen INTERREG-Verordnung nach 2027, die Umwandlung der Sitze der Eurodistrikte in echte « grenzüberschreitende Häuser », die für die Bürger einladend sind, sowie eine bessere Komplementarität zwischen Frontaliers Grand Est und dem INFOBEST-Netzwerk.

Mit diesen Vorschlägen plädiert der CESER für eine sichtbarere, effizientere und stärker bürgernahe Zusammenarbeit, wobei besonderes Augenmerk auf die Jugend, die Zweisprachigkeit und die Einbindung der organisierten Zivilgesellschaft in die grenzüberschreitende Governance gelegt wird.

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